Häuptling Abendwind

Häuptling Abendwind


Johann Nestroy

1991

Theatergruppe Die Scherben

Produktion

Robin Trießnig

Marc Zimmermann

 

Regie

Kurt Lenzbauer

 

Regieassistenz

Christina Idinger

 

Bühnenbild

Felix Mayerhofer
Veronika Merlin

 

Maske
Christian Auer

 

Geräusche
Michael Steinitz

 

Musik

Isabella Loimer

 

 

ABENDWIND DER SANFTE,
Häuptling der Groß-Lu-Lu

Robin Trießnig
ATALA, seine Tochter
Eva Kurzweil
BIBERHAHN DER HEFTIGE,
Häuptling der Papatutu
Thomas Dalfen
ARTHUR, ein Fremder
Marc Zimmermann
HO-GU, Koch bei Abendwind
Martin Schatzmann
GROSS-LU-LUERER
Barbara Schlachter
Marcus Dalfen
PAPATUTUANER
Valerie Bolzano
Johanna Miehsler
Hannes Wege
BÄR
Christina Idinger

 

 

Johann Nestroy

Als der " Lumpazivagabundus " am 11. April 1833 seine Uraufführung erlebte, war Nestroy als Schauspieler längst gefeiert, als Dichter bereits anerkannt. Dennoch aber war es ein weiter Weg, debütierte er ja zunächst 1822 sehr erfolgreich als Sänger in der Rolle des "Sarastro". Man sagte ihm gute sängerische Eigenschaften nach (Engagements am K. K. Hoftheater, dem Deutschen Theater in Amsterdam, dem Nationaltheater in Brünn), trotzdem (und es mag wohl das größte Glück für uns sein) gewannen jedoch die Sprechrollen immer mehr Bedeutung. Sind aus dem Rollentagebuch des Jahres 1824 zweiundfünfzig Gesangs- und nur neun Sprechrollen zu entnehmen, so findet sich 1830 die Konversion zu fünf Gesangs- und 202 (!) Sprechrollen. Letztere Zahlen weisen auf das Gedächtnisgenie Nestroy hin, das es wie kaum ein anderes schaffte, Rollen in kürzesten Phasen zu lernen und über lange Zeit hinweg zu behalten.

Nestroy war (1831) gerade 30 Jahre alt, als er am Theater an der Wien von Direktor Carl Carl unter Vertrag genommen wurde. Auf dieser Bühne nun und dem von Carl 1839 übernommenen Theater in der Leopoldstadt (dessen Direktor er selbst 1854 werden sollte) fanden alle Stücke Nestroys ihre Uraufführung, bis hin zu "Häuptling Abendwind", seinem letzten Stück.

Das Publikum des Biedermeier liebte das Volkschauspiel. Theater gab es viele, gespielt wurde, wo immer es möglich war. Die Zuschauer blieben aber trotzdem kritisch, und gar manches Stück Nestroys fand nur wenig Anklang, obgleich seiner sonst großen Beliebtheit. Und vor allem Nestroy war es auch, der die Abkehr vom einstmals so gern gemochten Zauberspiel zum Volksstück setzte mit seinen Possen "Eulenspiegel oder Schabernack über Schabernack" und "Zu ebener Erde und erster Stock oder Die Launen des Glückes", die als echte Volkskomödien gefeiert wurden.

Heinrich Karwendel nannte Nestroy "unseren Nationaldichter. Nicht allein wegen seiner Gesamtheit, ... sondern auch der Kleinigkeiten wegen, durch die er unser aller Herzen mit ach so einfacher Sprache zu erfreuen vermag."

Was ist dazu noch zu sagen ...

Robin Trießnig im Programmheft zu "Lumpazivagabundus"

 

 

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